Marketing-Analogie - Zwischen Berg und Beruf

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Nachhaltiger Erfolg wird durch gelebte Leidenschaft erst möglich

Referent: Alexander Huber

Do 01. Sep 11, 19:00 Uhr

Wer sich die Chronologie seiner Bergbegehungen seit 1992 anschaut,  kann die Dimensionen nur erahnen, die der Extremkletterer Alexander Huber zusammen mit seinem Bruder Thomas dem Sportklettern eröffnet hat. Die rund 120 Besucher der Highlight-Veranstaltung des Marketingclubs Saar in der Mercedes Benz Niederlassung Saarland erlebten einen Alexander Huber, der die Leidenschaft aus dem Sport zum Lebensprinzip erklärte und dabei seine Philosophie ebenso authentisch wie fesselnd in Wort und Bild zu schildern wusste.


Die viel zitierte Analogie zwischen Bergsteigen und beruflichen Herausforderungen ist für Huber gelebte Lebenswirklichkeit. Die Leidenschaft für den Alpinismus in all seinen extremen Spielarten war es denn auch, die den heute 42-Jährigen im Jahr 1997 dazu veranlasste, auf eine mögliche Karriere als Physiker zu verzichten und sich als Profi im Team mit seinem Bruder Thomas fortan nur noch dem Sportklettern zu verschreiben, frei nach dem Huber‘schen Motto: „Umso steiler, desto geiler“.


Am Beispiel der Kletterlegende Reinhold Messner, der als erster Mensch sämtliche Achttausender dieser Welt bestiegen hat, machte Huber deutlich, dass nicht allein die physische Kraft über Erfolg und Misserfolg entscheide. Vielmehr sei es die außergewöhnliche innovative Kraft, extremen Herausforderungen zu begegnen, die letztlich schier unerreichbare Ziele  erreichbar macht. „Nicht was man macht, sondern wie man es macht, ist entscheidend“, brachte es Huber auf einen einfachen Nenner. Der im oberbayerischen Trostberg geborene Kletterprofi bemühte bei seinen Schilderungen immer wieder Terminologien, die auch im unternehmerischen Umfeld geläufig sind: Ein ausgeprägtes Risikomanagement sei wie Kraft und unbedingter Wille unverzichtbare Voraussetzung, wenn man sich, wie er, ohne Seilschaft und jegliche sonstige technische Hilfsmittel immer wieder bewusst der Lebensgefahr am Berg aussetze.


Jeder kleinste Fehler, jedes Versagen der eigenen physischen Fähigkeiten könne schnell zur Lebensbedrohung führen. Was ist es, das Menschen wie Huber freiwillig dazu bringt, sich derlei Gefahren immer wieder aufs Neue auszusetzen, fragten sich die gebannten Zuhörer in der Mercedes Benz Niederlassung? Der sympathische Oberbayer kennt die Antwort: Nur was man mit vollem Einsatz, mit echter Leidenschaft für das eigene Ziel angeht, kann letztlich von Erfolg gekrönt sein. Huber lebt diese Seilschaft als Maxime im Team mit Bruder Thomas mit voller Konsequenz. Hinter der Marke „Huberbuam“ verbirgt sich weit mehr als ein werbewirksames Marketingkonzept, sondern die gelebte Überzeugung, dass das Vertrauen auf die gegenseitigen Stärken eines Teams auch die größten Herausforderungen lösbar macht: „Wir kombinieren unsere Stärken und kompensieren unsere Schwächen“, so Huber. Sich bei Klettern am Limit zu bewegen, bedeute zwar ein hohes Maß an Absturzpotenzial, aber kontrolliertes Risiko sei nun einmal die Voraussetzung dafür, Speed-Climbing-Rekorde wie die Besteigung der 1000 Meter hohen Nose in Kalifornien in sensationellen 2:45 Stunden zu realisieren. Doch Huber kennt wie sein Bruder auch die Möglichkeit des Scheiterns. Dem Rekord an der anspruchsvollen Kletterwand vorausgegangen war wenige Monate zuvor ein lebensgefährlicher Sturz von Bruder Thomas an gleicher Stelle.
Spätestens hier wurde auch dem letzten Zuhörer die Analogie zwischen Erfolg und Leidenschaft bewusst: Es gibt auch im beruflichen Umfeld Erfolge, die erst durch ein zwischenzeitliches Scheitern möglich werden. Vorausgesetzt, man erkennt in Niederlagen die Chance zur eigenen persönlichen Weiterentwicklung.


An einem ließ der kultige Werbeträger für die bekannteste deutsche Süßriegel-Marke augenzwinkernd keinen Zweifel: Allein mit der Power einer Milchschnitte, wie der Werbespot mit Bruder Thomas suggeriert, lassen sich extreme Herausforderungen beim Bergsteigen nicht bewältigen.
Die Nachspielzeit seines Vortrages nutzten zahlreiche Zuhörer nicht nur für eine zünftige bayerische Brotzeit, sondern vor allem für Fragen und gemeinsame Erinnerungsfotos mit dem sympathischen Kletterer.