„Internationalisierung mit Heimat“. Unter diesem Motto hatte die Karlsberg Brauerei den MCS zum Auftakt nach der Sommerpause eingeladen. Eine Marketing-vor-Ort Veranstaltung bei einer der Marken „Made in Saarland“.
Christian Weber, Mitglied der Unternehmensleitung der Karlsberg Brauerei, schilderte in seinem Vortrag die Philosophie und die Herausforderungen des Traditionsunternehmens und veranschaulichte, welche Rolle Karlsbergs Hansi Urpils und Boris beim vermeintlichen Widerspruch zwischen „Heimat“ und „Internationalität“ spielen.
Wie sieht Karlsberg den Markt? Wie begegnet das Unternehmen den Herausforderungen der Branche?
• „Der schmelzende Eisberg“. Sprich, der Rückgang des Bierkonsums. Nicht zuletzt deshalb erwirtschaftet der diversifizierte Verbund annähernd die Hälfte seines Umsatzes mit nicht-alkoholischen Getränken - von Dietz-Fruchtsäften bis zum Dark Dog Energy Drink.
• „David gegen Goliath“. Auch in der Brau- und Getränke-Branche schreitet der weltweite Konzentrationsprozess voran. Mittelständler wie Karlsberg treten im Wettbewerb gegen globalisierte Braukonzerne wie Anheuser-Busch/InBev an.
• „Dino-Industrie“. In vielerlei Hinsicht ist die Brauereibranche durch einen traditionellen „Old Economy Spirit“ geprägt. Anders Denken - nicht in Hektolitern, sondern in Marketing-Kategorien - ist auch hier eine kontinuierliche Aufgabe.
• „Der Kampf um Talente“. Wenn es um Spitzenleistungen geht, gilt bei Karlsberg seit jeher die Devise, Innovation und Tradition kreativ miteinander zu verbinden.
Hier sind laut Weber nicht nur Neuerungen im Produktbereich gefragt, sondern auch beim Service, wie zum Beispiel die „X-Locator“ Smartphone-App von Mixery. Und vor allem ein echtes Commitment, ein glaubhaftes und ehrliches Bekenntnis zu dem, was der Kunde im jeweiligen Markt als „Heimat“ sieht.
Denn bei, oder gerade wegen, aller Internationalisierung durch globale Marken ist das Gefühl von Heimat, der Bezug zur Region überall in der Welt gefragt.
Hansi Urpils, der urtypische Bier-Gartenzwerg, transportiert diesen Aspekt ein großes Stück weit im heimischen Saarland – und Boris, Logo-Figur vom Typ „junger Rebell“ und Markenname einer landestypischen Produkt-Range, leistet ähnliches in Kanada. Zwei „Brüder im Geiste“ also, die Regionalität kreativ aufgreifen, glaubhaft vermitteln und die verschiedenen Erwartungen an eine Marke erfolgreich kombinieren.
Für MCS-Mitglied Bärbel Huckriede war es „eine sehr informative und überzeugende Präsentation, die vor allem auch gezeigt hat, welche Chancen sich mittelständischen saarländischen Unternehmen bieten“.
Im Anschluss konnten die Gäste bei einem Werksrundgang noch „Brauluft schnuppern“, und mit einer Bewirtung im Schalander der Brauerei rundete der Gastgeber den eindrucksvollen Abend standesgemäß ab.



