Rückblick Veranstaltung

Ethik im Marketing oder Marketing mit Ethik?

Mi. 18.04.2018 19:00 Uhr - Bel Etage, Saarbrücken
Referent/-in: Christoph Dyckerhoff
Moderation: Dagmar Schumacher/ Jürgen Wellnitz

Bereits zum 39. Mal fand das Marketing Forum Saar statt, diesmal in der Bel Etage der Spielbank Saarbrücken am Deutsch-Französischen Garten. Ethik im Marketing oder Marketing mit Ethik – ein Thema, das in der heutigen Zeit des Umbruchs aktueller denn je ist.

In seinem einleitenden Referat fragte Christoph Dyckerhoff, Personalberater und Ethikexperte im Bund Deutscher Unternehmensberater, welche Zeichen angesichts einer dynamischen Globalisierung und zunehmender Digitalisierung gesetzt werden können. Wird es gelingen, globale Regeln kulturunabhängig zu schaffen, zählt noch das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns, der Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringt?

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich die hochkarätigen Diskutanten den Fragen von MCS-Vorstandsmitglied Dagmar Schumacher und Professor Dr. Dennis Lotter, Studiendekan an der Fresenius Hochschule Idstein.

Professor Dr. Stefanie Jensen von der HTW Saar berichtete von Studienergebnissen, wonach Konsumenten verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen zwar in der Regel positiv anerkennen, ihr faktisches Kaufverhalten davon aber recht unabhängig ist.

Nur der Preis zählt, wir alle wollen verführt werden? Diesen Faden nahm dann Marketingexperte Volkmar Neumann von der Echtgut Markeninszenierung GmbH in Saarbrücken auf. Er zeichnete ein wenig idealistisches Bild des Konsumenten und betonte jedoch, dass die Definition von ethischem Handeln auch sehr stark vom Kulturkreis, dem Individuum und auch dem jeweiligen Zeitgeist beeinflusst sei.

Christoph Dyckerhoff unterstrich die Bedeutung eines festen Wertekodex für Unternehmen und bekräftigte, dass die richtigen Entscheidungen in der Praxis gerade auch durch die konsequente Umsetzung von ethischen Normen und Wertvorstellungen getroffen werden können. Nicht zuletzt, und dies hob Dyckerhoff auch als wirtschaftlichen Vorteil hervor, unterstütze eine an Werten orientierte Unternehmenskultur auch die Rekrutierung in Zeiten des „War for Talents“.

Nachhaltiger Erfolg durch gelebte ethische Grundsätze – davon konnte Catering-Unternehmer Hubert Pirrung aus seiner eigenen Geschäftstätigkeit berichten. Für ihn sei die Orientierung im Grunde auch ganz einfach – nämlich an einer sozialen Marktwirtschaft, die den Ausgleich unterschiedlicher Interessen anstrebt, und nicht an einem entfesselten Kapitalismus. Dies sei sein Erfolgsmodell, das Verantwortungsbewusstsein eines Familienunternehmens.

Einig war sich das Podium schließlich darin, dass ethisches Handeln „echt“ und überzeugt sein sollte, kein reines und kurzfristiges Verkaufsargument. Nachhaltigkeit als Grundsatz werde sich langfristig durchsetzen, Chancen für das Marketing eröffneten sich letztlich nur durch Glaubwürdigkeit. (Autor: Martin Schweppenhäuser)