Wir tanzen Zuhause: Wie sich eine Tanzschule digitalisiert.

Im Zuge der Eindämmung des Corona Virus brach zunächst der Eventbetrieb weg und kurz darauf auch der Tanzschulbetrieb. Auch wenn wir innerlich darauf gefasst waren, ging es im Endeffekt viel schneller als erwartet, denn innerhalb von 72 h war der Betrieb einer Tanzschule untersagt. Bei mehr als 15 Arbeitnehmern, einem Neubau und einer engen Bindung an unsere Kunden ein harter Schlag. Doch was tun in einem Fall, in dem von heute auf morgen alle Einnahmequellen wegbrechen?

Zunächst war eine Analyse der Lage erforderlich, sind wirklich alle Bereiche betroffen, kann vielleicht zumindest das Erteilen von Privatstunden aufrechterhalten werden?
Schnell war jedoch klar, dass wir den kompletten Betrieb einstellen mussten.

Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass wir es nur mit der Solidarität unserer Kunden schaffen konnten, denn würden alle ihre Lastschriften zurückgehen lassen, wäre uns schnell das Genick gebrochen.

Wir hofften also auf Solidarität – nicht jedoch ohne unseren Kunden einen Mehrwert schaffen zu wollen.
Aber wie erreicht eine Branche, die kaum digitalisiert ist, ihre Kunden, wenn sie nicht mehr zu einem ins Haus kommen können?

Unser erster Schritt war ein Hinweis auf unserer Webseite www.bootz-ohlmann.de, auf die wir in Zusammenarbeit mit dem ADTV (Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband) innerhalb eines Tages Videos für unsere Kunden hochgeladen haben. Diese waren jedoch nur mit einem Passwort erreichbar, sodass unsere Kunden uns Emails schrieben, mit denen wir sie nun jederzeit auf dem Laufenden halten konnten.

Unser zweiter Schritt war Facebook, denn wo kann man leichter Menschen erreichen als auf Facebook?
Hier haben wir uns dazu entschlossen Unterrichtsvideos hochzuladen und Live Unterricht zu geben.

Aber nicht nur dabei blieb es, mittlerweile posten wir Backvideos, machen jeden Samstag eine Cocktailrunde, haben mit einer eigenen Radiosendung ein virtuelles Tanzfrühstück entstehen lassen und machen regelmäßig Radio-Kinder-Disco, unser Eventbereich gibt Deko-Tipps und Serviettenfalt-Tutorials.

Speziell für Kinder haben wir natürlich auch jede Menge Beschäftigungsmöglichkeiten, die weit über Tanzen hinausgehen.

Doch noch immer mussten wir einen Appell an unsere Kunden richten.

Hier war Offenheit und Transparenz gefragt!
In einem Online-Video sprach unser Geschäftsführer der Tanzschule Bootz-Ohlmann GmbH ganz offen an, was das Problem ist: Wenn alle gleichzeitig ihren Beitrag zurückgehen lassen würden (oder kündigen würden) könnten Gehälter nicht mehr bezahlt werden. Klar dargestellt haben wir in diesem Video aber auch, dass wir nichts geschenkt haben wollten. Parallel zu unserem Facebook Unterricht wurde im Hintergrund an einer neuen DanceApp gearbeitet, in der man sich die vergangenen Stunden -wann und wo immer man möchte- anschauen kann. Eine Woche nach der offiziell angeordneten Schließungsverfügung lief die App und wir haben somit all unseren Kunden die Möglichkeit gegeben, die Tanzschritte online zu lernen.

Unsere Facebook Unterrichtsgruppe haben wir dennoch bestehen lassen, da sie voller Interaktion ist und wir den Austausch mit unseren Kunden lieben. Außerdem möchten wir damit auch Nichtkunden die Möglichkeit geben, mit uns zusammen zu tanzen und damit das „zuhause bleiben müssen“ attraktiv zu gestalten. Jede Woche gibt es nun einen Stundenplan, wir probieren Neues aus, geben Specials und machen auch kleine „Best Of – Videos“, die die Menschen zum Schmunzeln bringen sollen.

Wir glauben nicht, dass man das Erlebnis Tanzen völlig digital transportieren kann, aber wir können den Menschen zumindest helfen, ihre Freizeit zuhause zu gestalten und -wenn sie schon nicht zu uns kommen können- wenigstens zu ihnen heim zu kommen.

Wir lieben es Menschen zu unterhalten und ihnen eine gute Zeit zu schenken.
Wenn sie nicht zu uns kommen können, ist für uns nun klar – wir kommen digital zu Ihnen!

Infos unter: www.bootz-ohlmann.de

Ramon Gechnizdjani

Ramon Gechnizdjani – Geschäftsführer Tanzschule Bootz-Ohlmann

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